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Schon Donnerstag trafen die ersten
Teams in Grömitz ein: Ollo hatte angeregt, abends ein
Bastardo-Rennen á la
Gardasee zu veranstalten. Die Idee stieß auf reges Interesse, also
takelten ca. 10 Teams ihre Boote auf, um in der Abendsonne den Tag
bei herrlichen Thermik-Bedingungen ausklingen zu lassen. Wer hier
nicht am Start war, verpasst die besten Segelbedingungen des ganzen
Events...
Datum: 2. - 4. Juli 2010
Gesegelte Wettfahrten: 4
Wetter: meist sonnig, 23-30 Grad
Wind: Freitag NO 2-5 kn (Thermik),
Samstag NO 10-15 kn, (Thermik), Sonntag W-NW 8-10 kn
Der Start zur ersten Wettfahrt war für
Freitag 12 Uhr angesetzt. Die Windvorhersage war ernüchternd. Am
Morgen wehte noch eine leichte Briese aus SW, die sich allerdings mit
der einsetzten Thermik aus NO im Nichts auflöste. Jens Halbrock,
unsere Wettfahrtleiter, ließ daraufhin den AP-Wimpel setzten und
verschob den Start erstmal um drei Stunden. Seine Devise, „keine
Wettfahrt unter konstant 8 Knoten bei Skiffs“, zeugte von seinem
Sachverstand.
Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, zog
Marc kurzerhand die für abends angesetzten KV-Versammlung vor. Eine
gute Variante, um die Tagesordnungspunkte zügig abzuarbeiten. Lag es
am gesteckten Zeitrahmen oder doch am fehlenden Alkohol, der die
Mitglieder vom Lamentieren abhielt? Wie auch immer, ein Modell für
die Zukunft. Das Protokoll der Versammlung
ist im Anhang zu finden.
Nach dem Ende der KV-Versammlung hatte
sich noch kein ausreichender, konstanter Wind durchgesetzt – also
Startverschiebung um weitere zwei Stunden. Die freie Zeit wurde mit
Baden, Beachvolleyball, Eis essen oder Fußball gucken verbracht.
Leider setzte sich der Wind auch zum Abend hin nicht durch und so
wurde gegen 18 Uhr die Startverschiebung auf den nächsten Tag
bekannt gegeben.
Der Samstag brachte erst einmal nicht
viel Neues: Sonne, Hitze und ein leichter Gradient aus SW. Da stellte
sich schnell Hannes Seelenverkäufer, den er im Hafen verankert
hatte, als angenehmster Ort heraus, um das zu überstehen. Doch dann
setzte sich plötzlich die Thermik durch, sodass um 15 Uhr bei NO
10-15 kn gestartet werden konnte. Die Bahn (Schenkel – Dreieck-
Schenkel) wurde gut ausgelegt und es herrschten relativ konstante
Bedingungen.
Unser Start verlieft nicht so ganz nach
unseren Wünschen: Etwas zu spät und zu weit in Luv vom Startschiff.
Doch Daniel und Hannes lagen noch weiter in Luv und versuchten ihr
Boot trotzdem noch über die Linie zu zwängen. Aber wo kein Platz
ist, passt auch kein Int 14 durch. Davon zeugte dann ein
glücklicherweise nur kleiner Riss am Rumpf und wir konnten weiter
segeln. Nach dem verspäteten Start blieb uns nichts anderes übrig,
als zu Wenden und raus auf die rechte Seite zu fahren. War gar nicht
so schlecht, denn wir kamen als Dritter an der Luvtonne an. Vor uns
nur Olli/Jens und Georg/Eike. Im Verlauf der Wettfahrt mussten wir
feststellen, dass gegen die beiden Teams in diesem Rennen kein Kraut
gewachsen war. Olli deckte geschickt ab und die Wittenseer hatten
einfach mehr Geschwindigkeit im Boot. So blieb nichts anderes über,
als das restliche Feld zu kontrollieren, um als Dritte die erste
Wettfahrt zu beenden.
In der zweiten Wettfahrt war dann bei
uns der Wurm drin. Den Start verschlafen und auf dem Kurs lief es
auch nicht so, wie es sollte. Am Ende ein siebter Platz. Naja,
abhaken und auf das nächste Rennen konzentrieren. Für Olli und Jens
lief es dagegen super: Im zweiten Rennen der zweiten Sieg! Sollte das
schon die Entscheidung sein? Als Zweite kamen Jörn und Sebastian ins
Ziel, danach Georg und Eike. Vierte wurden Bettina und Jens.
Einen offensichtlich guten Lauf hatte
wohl auch unsere Nationalmannschaft. Vom Zielschiff wurden wir über
den aktuellen Spielstande des WM Viertelfinales Deutschland gegen
Argentinien auf dem Laufenden gehalten. Nach dem zweiten Rennen stand
es 1:0 und Dirk und ich waren schon etwas verblüfft, als es nach dem
Ende der dritten Wettfahrt hieß, Deutschland habe 4:0 gewonnen.
Schland oh Schland...
Im Dritten Rennen lief es für uns
wieder besser. Solide Manöver und gute Entscheidungen auf der Kreuz
und beim Downwind bei immer schwächelndem Wind. Dafür war bei den
bis dahin vorne liegenden Booten der Wurm drin. Georg und Eike
leisteten sich einen Ausrutscher und kamen als Achte ins Ziel, Olli
und Jens wurden Fünfte. Dafür fuhren sich Stefan und Dominik
beeindruckend nach vorne und gewannen das Rennen mit Abstand. Jörn
und Sebastian bestätigten ihre gute Form aus dem letzten Jahr und
wurden wieder Zweite, sie machten so Druck auf die Führenden.
Bettina und Jens ließen ebenfalls ihr Können aufblitzen und kamen
als Dritte ins Ziel
Insgesamt ein spannender Wettkampftag
und man war auch nicht traurig, das Deutschland-Spiel nicht gesehen
zu haben (naja, ein bisschen schon...). Das Gesamtergebnis nach drei
Wettfahren ließ einige hoffen, die anderen bangen. Vorne war es
ziemlich eng. Bei vielen war es nur ein Punkt Abstand nach vorne
bzw. hinten zum nächsten Platz. Es war also noch alles möglich.
Für Sonntag waren am Morgen vom DWD
Gewitter vorhergesagt und so legte der Wettfahrtleiter den ersten
Start auf zwölf Uhr. Diese Entscheidung sollte er später noch
bereuen. Am besagten Sonntagmorgen wehte eine schöne Brise aus SW
und der Himmel war klar – weit und breit kein Gewitter in Sicht.
Wir konnten leider nur Land stehen, aufs Wasser sehen und hoffen,
dass die Thermik erst spät einsetzten würde, um zumindest noch zwei
Rennen segeln zu können.
Das vierter Rennen war dann aber ein
für uns sehr spannendes. Der Wind bließ für einen guten
Doppelsteher und wir lieferten uns einen harten Kampf mit Hugo. Oli
und Simon kamen vom Start gut weg und waren Zweiter an der Luvtonne.
Vor ihnen nur Georg und Eike und wir dicht dahinter. Durch einem
guten Downwind konnten wir uns an beiden Booten vorbei schieben. Auf
der anschließenden Kreuz allerdings überholte Hugo uns wieder, mit
ein paar Grad mehr Höhe am Wind machten sie ihren Rückstand wett.
An der Luvonne angekommen hatten, sie einen Vorsprung von 5
Schiffslängen. Auf dem Reachkursen des Dreiecks kam uns dann aber
das höhere Crewgewicht zu Gute, sodass wir Hugo auf dem Weg zur
Leemarke in Luv überlaufen konnten, Georg und Eike uns dicht auf den
Fersen.Die Freude werte allerdings wieder nur kurz, denn schon nach
der folgenden Kreuz hatten sie uns schon wieder eingeholt, aber auch
Eike und Georg fuhren vorbei, ihrem ersten Sieg entgegen. Es sollte
ihr Meisterstück werden, denn Olli und Jens enttäuschten mit einem
8. Platz. Schon vor Beginn der 5. Wettfahrt zeichnete sich ab, was
nach dem Start Gewissheit wurde: Zu leichter Wind und starke Dreher
machten einen Wettkampf unmöglich, vor der ersten Luvtonne musste
Jens Halbrock abbrechen. Damit wurde es Gewissheit: Der erste
deutsche Meistertitel für Georg und Eike. Herzlichen Glückwunsch!
Bei der Siegerehrung gab der
Wettfahrtleier seinen Fehler zu und entschuldigte sich. Eine feine
Geste, wie ich finde. Ein Verschieben der Startzeit am Abend vorher
aufgrund eines Wetterberichts wird er sich beim nächsten Mal wohl
zweimal überlegen.
Insgesamt aber hat die Wettfahrleitung
einen sehr guten Job gemacht. Die gesegelten Wettfahrten waren gut
gemanaged worden und die Kurse sowie die Startlinie immer gut
ausgelegt gewesen. An die Worte von Jens Halbrock werden sich Eike
und Georg wohl noch lange erinnern: „Wasser, Wasser“
Das Protokoll der KV-Versammlung wird angehängt, sobald es verfügbar ist.
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