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German Open 2010 in Grömitz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Kai Lassen   
15.07.2010

Schon Donnerstag trafen die ersten Teams in Grömitz ein: Ollo hatte angeregt, abends ein Bastardo-Rennen á la Gardasee zu veranstalten. Die Idee stieß auf reges Interesse, also takelten ca. 10 Teams ihre Boote auf, um in der Abendsonne den Tag bei herrlichen Thermik-Bedingungen ausklingen zu lassen. Wer hier nicht am Start war, verpasst die besten Segelbedingungen des ganzen Events...

Datum: 2. - 4. Juli 2010
Gesegelte Wettfahrten: 4
Wetter: meist sonnig, 23-30 Grad
Wind: Freitag NO 2-5 kn (Thermik), Samstag NO 10-15 kn, (Thermik), Sonntag W-NW 8-10 kn

Der Start zur ersten Wettfahrt war für Freitag 12 Uhr angesetzt. Die Windvorhersage war ernüchternd. Am Morgen wehte noch eine leichte Briese aus SW, die sich allerdings mit der einsetzten Thermik aus NO im Nichts auflöste. Jens Halbrock, unsere Wettfahrtleiter, ließ daraufhin den AP-Wimpel setzten und verschob den Start erstmal um drei Stunden. Seine Devise, „keine Wettfahrt unter konstant 8 Knoten bei Skiffs“, zeugte von seinem Sachverstand.

Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, zog Marc kurzerhand die für abends angesetzten KV-Versammlung vor. Eine gute Variante, um die Tagesordnungspunkte zügig abzuarbeiten. Lag es am gesteckten Zeitrahmen oder doch am fehlenden Alkohol, der die Mitglieder vom Lamentieren abhielt? Wie auch immer, ein Modell für die Zukunft. Das Protokoll der Versammlung ist im Anhang zu finden.

Nach dem Ende der KV-Versammlung hatte sich noch kein ausreichender, konstanter Wind durchgesetzt – also Startverschiebung um weitere zwei Stunden. Die freie Zeit wurde mit Baden, Beachvolleyball, Eis essen oder Fußball gucken verbracht. Leider setzte sich der Wind auch zum Abend hin nicht durch und so wurde gegen 18 Uhr die Startverschiebung auf den nächsten Tag bekannt gegeben.

Der Samstag brachte erst einmal nicht viel Neues: Sonne, Hitze und ein leichter Gradient aus SW. Da stellte sich schnell Hannes Seelenverkäufer, den er im Hafen verankert hatte, als angenehmster Ort heraus, um das zu überstehen. Doch dann setzte sich plötzlich die Thermik durch, sodass um 15 Uhr bei NO 10-15 kn gestartet werden konnte. Die Bahn (Schenkel – Dreieck- Schenkel) wurde gut ausgelegt und es herrschten relativ konstante Bedingungen.

Unser Start verlieft nicht so ganz nach unseren Wünschen: Etwas zu spät und zu weit in Luv vom Startschiff. Doch Daniel und Hannes lagen noch weiter in Luv und versuchten ihr Boot trotzdem noch über die Linie zu zwängen. Aber wo kein Platz ist, passt auch kein Int 14 durch. Davon zeugte dann ein glücklicherweise nur kleiner Riss am Rumpf und wir konnten weiter segeln. Nach dem verspäteten Start blieb uns nichts anderes übrig, als zu Wenden und raus auf die rechte Seite zu fahren. War gar nicht so schlecht, denn wir kamen als Dritter an der Luvtonne an. Vor uns nur Olli/Jens und Georg/Eike. Im Verlauf der Wettfahrt mussten wir feststellen, dass gegen die beiden Teams in diesem Rennen kein Kraut gewachsen war. Olli deckte geschickt ab und die Wittenseer hatten einfach mehr Geschwindigkeit im Boot. So blieb nichts anderes über, als das restliche Feld zu kontrollieren, um als Dritte die erste Wettfahrt zu beenden.

In der zweiten Wettfahrt war dann bei uns der Wurm drin. Den Start verschlafen und auf dem Kurs lief es auch nicht so, wie es sollte. Am Ende ein siebter Platz. Naja, abhaken und auf das nächste Rennen konzentrieren. Für Olli und Jens lief es dagegen super: Im zweiten Rennen der zweiten Sieg! Sollte das schon die Entscheidung sein? Als Zweite kamen Jörn und Sebastian ins Ziel, danach Georg und Eike. Vierte wurden Bettina und Jens.

Einen offensichtlich guten Lauf hatte wohl auch unsere Nationalmannschaft. Vom Zielschiff wurden wir über den aktuellen Spielstande des WM Viertelfinales Deutschland gegen Argentinien auf dem Laufenden gehalten. Nach dem zweiten Rennen stand es 1:0 und Dirk und ich waren schon etwas verblüfft, als es nach dem Ende der dritten Wettfahrt hieß, Deutschland habe 4:0 gewonnen. Schland oh Schland...

Im Dritten Rennen lief es für uns wieder besser. Solide Manöver und gute Entscheidungen auf der Kreuz und beim Downwind bei immer schwächelndem Wind. Dafür war bei den bis dahin vorne liegenden Booten der Wurm drin. Georg und Eike leisteten sich einen Ausrutscher und kamen als Achte ins Ziel, Olli und Jens wurden Fünfte. Dafür fuhren sich Stefan und Dominik beeindruckend nach vorne und gewannen das Rennen mit Abstand. Jörn und Sebastian bestätigten ihre gute Form aus dem letzten Jahr und wurden wieder Zweite, sie machten so Druck auf die Führenden. Bettina und Jens ließen ebenfalls ihr Können aufblitzen und kamen als Dritte ins Ziel

Insgesamt ein spannender Wettkampftag und man war auch nicht traurig, das Deutschland-Spiel nicht gesehen zu haben (naja, ein bisschen schon...). Das Gesamtergebnis nach drei Wettfahren ließ einige hoffen, die anderen bangen. Vorne war es ziemlich eng. Bei vielen war es nur ein Punkt Abstand nach vorne bzw. hinten zum nächsten Platz. Es war also noch alles möglich.

Für Sonntag waren am Morgen vom DWD Gewitter vorhergesagt und so legte der Wettfahrtleiter den ersten Start auf zwölf Uhr. Diese Entscheidung sollte er später noch bereuen. Am besagten Sonntagmorgen wehte eine schöne Brise aus SW und der Himmel war klar – weit und breit kein Gewitter in Sicht. Wir konnten leider nur Land stehen, aufs Wasser sehen und hoffen, dass die Thermik erst spät einsetzten würde, um zumindest noch zwei Rennen segeln zu können.

Das vierter Rennen war dann aber ein für uns sehr spannendes. Der Wind bließ für einen guten Doppelsteher und wir lieferten uns einen harten Kampf mit Hugo. Oli und Simon kamen vom Start gut weg und waren Zweiter an der Luvtonne. Vor ihnen nur Georg und Eike und wir dicht dahinter. Durch einem guten Downwind konnten wir uns an beiden Booten vorbei schieben. Auf der anschließenden Kreuz allerdings überholte Hugo uns wieder, mit ein paar Grad mehr Höhe am Wind machten sie ihren Rückstand wett. An der Luvonne angekommen hatten, sie einen Vorsprung von 5 Schiffslängen. Auf dem Reachkursen des Dreiecks kam uns dann aber das höhere Crewgewicht zu Gute, sodass wir Hugo auf dem Weg zur Leemarke in Luv überlaufen konnten, Georg und Eike uns dicht auf den Fersen.Die Freude werte allerdings wieder nur kurz, denn schon nach der folgenden Kreuz hatten sie uns schon wieder eingeholt, aber auch Eike und Georg fuhren vorbei, ihrem ersten Sieg entgegen. Es sollte ihr Meisterstück werden, denn Olli und Jens enttäuschten mit einem 8. Platz. Schon vor Beginn der 5. Wettfahrt zeichnete sich ab, was nach dem Start Gewissheit wurde: Zu leichter Wind und starke Dreher machten einen Wettkampf unmöglich, vor der ersten Luvtonne musste Jens Halbrock abbrechen. Damit wurde es Gewissheit: Der erste deutsche Meistertitel für Georg und Eike. Herzlichen Glückwunsch!

Bei der Siegerehrung gab der Wettfahrtleier seinen Fehler zu und entschuldigte sich. Eine feine Geste, wie ich finde. Ein Verschieben der Startzeit am Abend vorher aufgrund eines Wetterberichts wird er sich beim nächsten Mal wohl zweimal überlegen.

Insgesamt aber hat die Wettfahrleitung einen sehr guten Job gemacht. Die gesegelten Wettfahrten waren gut gemanaged worden und die Kurse sowie die Startlinie immer gut ausgelegt gewesen. An die Worte von Jens Halbrock werden sich Eike und Georg wohl noch lange erinnern: „Wasser, Wasser“

 

Das Protokoll der KV-Versammlung wird angehängt, sobald es verfügbar ist.

Letzte Aktualisierung ( 15.07.2010 )
 
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