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Nachdem sich Eis- und Flüssigwassersegler um Ostern herum im nahezu fliegenden Wechsel den Platz auf den norddeutschen Seen überlassen hatten und so mancher I4-Segler sich beim ersten Segeln an Ostern wohl einen Neo gewünscht hat, den sich ein Australier nicht einmal mehr vorzustellen vermag, nachdem also der Auftakt zur generellen Segelsaison recht frostig ausgefallen war, stand am ersten Mai nun der Auftakt zur Regattasaison bevor. Die I4s hatten sich vom Osterwetter nicht abschrecken lassen, so dass die Meldeliste mit 18 Meldungen eine stattliche I4-Flotte zu bieten hatte. In den anderen Klassen sah es ähnlich aus, so dass ein Feld von knapp hundert Booten - neben den I4s noch 505er, 29er, Musto-Skiffs und ICs - am Freitagabend begann, das Vereinsgelände des WSCW zu bevölkern.
Tatsächlich schien auch in der Woche zuvor endlich der Frühling in Schleswig-Holstein angekommen zu sein, so dass man hoffen konnte, in dem Pausen zwischen den Wettfahrten nicht am Boot festzufrieren. Am Samstagvormittag bot sich am WSCW dann ein Bild, das viele aus schon länger vergangenen Jahren kennen: alles voller Boote, immer wieder kurze Regenschauer, eine große Matschlandschaft und auf dem See fliegen die Kühe über den Teich (wahrscheinlich kamen die Kühe aus den Persenningen der Clubboote und der Boote sonstiger WSCW-Vereinsmitglieder – jedenfalls roch es unter diesen nach dem diesjährigen Winterlager sehr danach, als ob sich dort ganze Horden Kühe aufhielten).
Um 13 Uhr sollte der erste Startschuss fallen – und wer gezweifelt hatte, dass es möglich wäre, so viele Boote rechtzeitig über die Sliprampe ins Wasser zu bekommen, hatte sich getäuscht. Es standen viele Helfer vom WSCW bereit, um den Seglern ihre Slipwagen abzunehmen und so das Slippen enorm zu beschleunigen. Hinzu kam, dass der Startschuss der I4s von vornherein erst auf 13.30 Uhr festgesetzt wurde, so dass die I4s nach allen anderen slippen konnten und das Chaos ausblieb, dass entstanden wäre, wenn etliche I4-Segler mitten im Getümmel anfangen hätten, ihr Boot auf die Seite zu legen, um das Großsegel zu setzen. So waren alle pünktlich auf dem Wasser, ohne dass die ersten Stunden vorher auslaufen mussten.
Allerdings hatte das nicht zur Folge, dass tatsächlich alle gemeldeten Boot pünktlich an der Startlinie waren. Denn was an Land nach recht viel Wind aussah, entpuppte sich auf dem Wasser für so manchen als Dauerkarte für exklusives Schwimmen im Wittensee. Leider wurde die von uns an Ostern bereits geplante Seeheizung noch nicht installiert. So kam es, dass am Start schon nur noch gut die Hälfte der gemeldeten I4s aufwartete und sich auf der Bahn einer nach dem anderen verabschiedete. Vielleicht stand ja auch Heidi Klum an der Leetonne und hat zu einem nach dem anderen gesagt „Du kommst leider nicht mit in die nächste Runde.“ Allerdings hab ich sie nicht gesehen und an der Leetonne auch kein Foto bekommen.
Dafür habe ich es geschafft, unser Boot einfach beim Geradeausfahren unter Spi umzuwerfen – eine Leistung, die ich sonst nur bei Welle wie zur WM in Warnemünde vollbringe. Aber der Wittensee zeigte sich auch wirklich von seiner rauhsten Seite. Selbst erfahrene Teams wie Bettina und Jens fingen in der ersten Halse das Kentern an und hörten solange nicht damit auf, bis das erste Rennen für sie gelaufen war. Und das zweite Rennen hatte sich gleich mit erledigt, weil die Teams, die eigentlich weniger kentern, immer gleich k.o. sind, wenn sie es denn doch mal tun…
Ergebnis des ersten Rennens war ein Sieg für Eike und Georg, deren Boot ausnahmsweise zusammengehalten hatte, so dass die beiden richtig Gas geben konnten. Zweiter waren Jörn & Sebastian, dann kamen wir (auf dem Berichteschreiberplatz…) und auf dem vierten Platz und damit als letzte im Ziel Mark & Edda. Diesem 4. Platz gilt besonderer Respekt – denn Eddas Schwangerschaft war schon deutlich fortgeschritten und der Bauch schon so dick, dass Eddas Aussage am Tag vorher noch war: „Wenn’s hackt, gehen wir nicht raus.“ Was bei den beiden Hackwetter ist, wollen wir lieber nicht wissen… Allerdings lenkte Mark den Unbekannten nach dem Zieldurchgang dann auch Richtung Hafen.
Für die verbliebenen drei Boote startete wenig später schon die zweite Wettfahrt. Wir waren dankbar für die kurze Wartezeit, die hauptsächlich darauf zurückzuführen war, dass Start und Ziel deutlich getrennt voneinander lagen und auf diese Weise Starts vollkommen unabhängig davon durchgeführt werden konnten, welche anderen Klassen sich gerade wo auf der Bahn herumtrieben. Allzu viele kritische Situationen wegen zu vieler Boote gab es allerdings ohnehin nicht, da auch in anderen Klassen nicht wenige Boote bereits wieder im Hafen waren. Ich könnte es ja verschweigen, weil’s ja nicht viele gesehen habe, aber ich gebe es doch zu: Der Start zum zweiten Rennen verlief für die I4s alles andere als rühmlich. Eike und Georg fuhren rechtzeitig los. Derweil lagen Jörn und Sebastian gekentert auf der Startlinie und wir ein Stück rechts und in Luv vom Startschiff. Aufgrund der günstigeren Kenterposition fuhren Jörn und Sebastian mit deutlichem Abstand nach Eike und Georg als zweite los und wir mit noch einmal deutlichem Abstand als dritte… An diesen Positionen änderte sich in der ganzen Wettfahrt nichts, denn wir schafften es alle drei heil über den Parcours. Es war also nicht wirklich mehr spannendes Regattasegeln, aber auch nicht mehr ganz so ein harter Kampf, denn jedenfalls in meiner Erinnerung hatte der Wind ein kleines bisschen nachgelassen. Dazu kam übrigens immer wieder die Sonne durch, also bestes Fotowetter!
An Land freuten wir uns über eine warme Dusche und auf das Essen… Es gab das übliche Fleisch mit Kartoffelgratin. Deutlich aufgewertet wurde diese Mahlzeit durch leckeren Salat, den man sich selbst zusammenstellen konnte. Leider war es abends ganz schön frisch am Club, so dass sich viele auf den Heimweg machten. Die übrigen war auch ziemlich müde von dem anstrengenden Segeltag, so dass die „Fight Night“ mit weniger Partystimmung auskommen musste als im Jahr zuvor. Für das Beste an dem Abend hat eigentlich Heinz gesorgt, der am Nachmittag Holz gehackt hatte, so dass wir ein wärmendes Feuerchen entfachen konnten.
Der Sonntagmorgen erwartete jeden, der wollte, mit einem leckeren Frühstück und außerdem mit viel Sonne. Das einzige, was fehlte, war der Wind. Um halb elf sollte der erste Start sein und wieder liefen jedenfalls die meisten pünktlich aus. Eigentlich sah es zu diesem Zeitpunkt noch so aus, als könnte der Wind gerade so zum Segeln reichen. Zu unserem Start war das allerdings bereits nicht mehr so. Wir starteten trotzdem und trieben zwei Runden über die Bahn, bis endlich abgeschossen wurde. Ansage der Wettfahrtleitung war: Wir warten noch bis um zwei Uhr auf dem Wasser auf Wind. Als wir das hörten, brachen wir spontan in Lachen aus. Peter und Ole waren natürlich längst an Land und wir machten uns auch in diese Richtung auf. Kurz bevor wir (endlich!) das Land erreicht hatten, sah es plötzlich so aus, als käme doch wieder Wind. Also drehten wir noch eine kleine Runde vor dem Club, sahen dann, dass die Windräder wieder komplett standen und zogen Hugo aus dem Wasser. Wir hatten grade unser Eis aufgegessen, da hieß es, wir sollten jetzt wieder auslaufen, es gäbe noch einen Startversuch. Leider machten wir den Fehler, dieser Ansage zu folgen. Denn jedenfalls als der Startschuss fiel, war jeglicher Wind, der sich in der Zwischenzeit scheinheilig aufgebaut hatte, wieder weg. Das I4-Feld trieb einmal bis zur Luvtonne und pumpte sich dann zum Club zurück. Keine einzige Wettfahrt heute! Das war natürlich schade, weil auf diese Weise nur vier Boote überhaupt in die Wertung eingingen.
Das Gesamtergebnis blieb also dasjenige vom Samstag: ein verdienter Sieg für Eike und Georg, die bei sicherlich grenzwertigen Bedingungen einen tolle Leistung hingelegt haben! Eine tolle Leistung haben außerdem die Wettfahrtleitung um Wettfahrtleiter Sebastian Munck und das Helferteam an Land hingelegt. Bei einem so großen Starterfeld versteht sich ein so reibungsloser und gut organisierter Ablauf schließlich nicht von selbst. Im Namen der Klasse möchte ich zum Schluss daher ein großes Dankeschön an alle richten, die dazu beigetragen haben, dass wir ein so schönes Wochenende am Wittensee verbringen konnten. Die I4s kommen sicher wieder
Carmen Bernitt, GER 81 "Hugo Bindestrich"
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